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Über mich

Wenn ich an mei­ne Kind­heit den­ke, spielt der Ess­tisch in unse­rem Haus eine wich­ti­ge Rol­le.  Dort sassen neben mei­nen Eltern und uns vier Geschwi­stern sehr oft auch Gäste, die jeder­zeit will­kom­men waren.  Mit gro­sser Begei­ste­rung wur­de geges­sen, getrun­ken, erzählt, zuge­hört, gelacht, wahr­ge­nom­men und mit­ge­teilt. Das Zusam­men­sein war uns allen sehr wich­tig. Viel­leicht ent­stand damals mein gro­sses Inter­es­se an der Art und Wei­se, wie Men­schen mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren.

Als jun­ge Erwach­se­ne habe ich viel Zeit in Asi­en und Süd­ame­ri­ka ver­bracht. Wäh­rend den oft mona­te­lan­gen Auf­ent­hal­ten traf ich in mei­nen Gast­fa­mi­li­en immer wie­der auf Men­schen mit einer Hör­be­ein­träch­ti­gung. Der Umgang mit deren Spra­che und Kul­tur, wie auch die gesell­schaft­li­chen Unter­schie­de haben mich tief beein­druckt und in mei­ner beruf­li­chen Ent­wick­lung wesent­lich geprägt. 

Zurück in der Schweiz, fing ich an die Gebär­den­spra­che zu ler­nen und arbei­te­te zeit­gleich in einer Spiel­grup­pe für gehör­lo­se Kin­der, um die Gebär­den­spra­che im All­tag anzu­wen­den und zu ver­tie­fen. Schnell stand die Ent­schei­dung fest, dass ich das Stu­di­um zur Gebär­den­sprach­dol­met­sche­rin begin­nen möch­te. Nach Abschluss mei­nes Stu­di­ums habe ich meh­re­re Jah­re in einem Schul­pro­jekt als Dol­met­sche­rin gear­bei­tet.

Bei all mei­nen beruf­li­chen Tätig­kei­ten, wie zum Bei­spiel dem Auf­bau, dem Betrieb und der Lei­tung eines Gastro­no­mie- und Event­un­ter­neh­mens, der Mit­ar­beit in der Fami­li­en­ent­la­stung des Schwei­ze­ri­schen Roten Kreu­zes oder als Kurs­lei­te­rin für Baby­zei­chen­spra­che, war ich mir der Wich­tig­keit der acht­sa­men Kom­mu­ni­ka­ti­on sehr bewusst.

Im Lau­fe der Jah­re hat sich der Schwer­punkt mei­ner Arbeit ver­än­dert. Neben dem Dol­met­schen der Gebär­den­spra­che wird die unter­stütz­te Kom­mu­ni­ka­ti­on mit jeder Beglei­tung, die ich mache, wich­ti­ger. Mit­zu­er­le­ben, wie Men­schen neu oder wie­der einen akti­ven Teil der Kom­mu­ni­ka­ti­on über­neh­men ist für mich sehr erfül­lend. 

Auch heu­te ist der Ess­tisch in unse­rem Haus und die dazu­ge­hö­ren­de Küche ein wich­ti­ger Ort für mich. Ich lie­be es Brot zu backen, Kräu­ter und Blü­ten zu trock­nen, Mar­me­la­den und Chut­neys ein­zu­ko­chen und damit neue und alte Gerich­te zu zau­bern. Und wenn ich all dies bei einem guten Gespräch mit mei­nem Mann, mei­ner Fami­lie oder mei­nen Freun­den machen kann, ist mein Glück per­fekt.